Zwar wurden schon in der Anfangsphase des schulischen Lebens am Jesuitengymnasium Lehrkräfte ausgebildet, doch hatte diese Art der
Lehrerbildung mit der heutigen kaum etwas gemeinsam. Das Lehramt genoss, wie Dr. Albrecht Aign in seiner Geschichte des Gymnasiums Passau ausführt, wenig Ansehen und galt
weitgehend als Zwischenstufe im üblichen Ausbildungsgang der Ordensangehörigen. Die Schüler wurden, abgesehen von der obersten
Rhetorikklasse, von sogenannten „Magistri“, Studenten, die das Philosophiestudium beendet, das Theologiestudium aber noch nicht
begonnen hatten, unterrichtet. Im Lehramt sollte aber nur verbleiben, wer die für die höheren Studien erforderlichen
Qualifikationen nicht aufweisen konnte.
Dazu gehörten nach den Regeln für den Provinzial, die für den Lehrberuf immerhin noch eine gewisse pädagogische Grundbegabung fordern,
„einige, die hierzu geeignet erscheinen und die wegen ihres Alters oder Talentes geringeren Fortschritt in den höheren Studien versprechen“, während die Prüfungsbestimmungen, nach denen sich der Provinzial zu richten hatte, nur diejenigen für das Lehramt vorsahen, die sich „im
Verlaufe der Studien als unfähig für die Philosophie oder Theologie erweisen“.