Seit nun schon 15 Jahren besteht der Austausch mit dem Katholischen Fráter György Gymnasium in Miskolc, der drittgrößten Stadt
Ungarns, 180 km nordöstlich von Budapest.

Gymnasium Miskolc
Es handelt sich um einen thematischen Austausch, der im Schuljahr 2010/11 unter dem Motto „Wasser verbindet“ stand:
Einige Auszüge aus dem Programm, als die Gruppe Anfang Oktober eine Woche in Begleitung der Lehrerinnen Frau
Kozslik
und Frau Grallert, in Passau zu Besuch war:
- Wanderung entlang des Inn von Ingling über Wernstein zur Burg Neuburg mit einem Vortrag zum Brückenprojekt
- Stadtführung in Passaus Innenstadt auf den Spuren der Heiligen Gisela
- Besuch in Altötting und Marktl mit Stadt- und Kirchenführung durch Stiftspropst G. Mandl
- Besuch Haus am Strom (Jochenstein) mit praktischen Übungen der deutschen und ungarischen Schüler/innen zum Thema
- Besichtigung des Maristenklosters Fürstenzell mit Festsaal und Bibliothek und Gymnasium
- Besuch der Europatherme in Bad Füssing
- Bootsfahrt vom Auwald beim ASG über die Lüftenegger Inseln zur Soldatenau unter fachkundiger Führung des Ehepaars Zahlheimer
Bootsfahrt
Einige Schülerstimmen zum Besuch der Ungarn in Passau:
„Ich fand es sehr schön und mir hat eigentlich alles gefallen. Und ich freu mich schon auf den Gegenbesuch.“
„Es hat mich sehr gefreut die Ungarn kennenzulernen. Freitag fand ich war das Highlight der Projekte! Die kleinen Boote und die schönen Plätze in Passau fand ich super und auch meine Ungarin schwärmte davon.“
„Ich hab es auch cool gefunden, als wir mit den Booten gefahren sind; ich meine, so was erlebt man nicht alle Tage!“
„Ich habe es toll gefunden, dass wir außerhalb der schulischen Unternehmungen viele Dinge zusammen erlebt haben. So sind wir alle gemeinsam ins Domcafé und zum Billard spielen gegangen. Auch beim Abschlussessen waren viele schöne Momente dabei. Wir vermissen unsere Ungarn und ihre besondere Art alle sehr und freuen uns auf das Wiedersehen im April.“
Schülerberichte über unseren Gegenbesuch in Miskolc Anfang April 2011

Am Morgen des 8. Aprils trafen sich die 12 Mädels und nur 2 Jungs aus der 9. Jahrgangsstufe mit den Lehrerinnen Frau Spielberger und Frau Spannberger in sehr großer Vorfreude , die im Oktober neugewonnenen Freunde wieder zu treffen, am Passauer Bahnhof. Mit zweimaligem Umsteigen in Linz und Budapest schafften wir die etwa 9-stündige Zugfahrt ohne größere Strapazen. Um ca. 17.30 Uhr wurden wir in Miskolc herzlich von unseren Gastfamilien empfangen, fuhren " nach Hause " und lernten sogleich die warmherzige und großzügige ungarische Gastfreundlichkeit kennen.
Sophie Preugschas (9c)
Nachdem alle anderen in Budapest in den Zug nach Miskolc gestiegen waren, fuhren wir mit unserer Austauschpartnerin Anna in die kleine Stadt Siofok am Plattensee, um an einem ökumenischen Event teilzunehmen. Nach der Ankunft im Hotel begann auch schon das Programm. Dieses war hauptsächlich auf Vorträge und Diskussionen über christliche und ethische Themen aufgebaut. Behandelt wurden Fragen wie die Existenz eines Gottesbeweises und Lebensgeschichten. Aufgelockert wurde das Ganze durch die Musik einer live-Band mit christlichen Texten und lustige Sketche. Durch einen Übersetzer konnten auch wir das Wichtigste verstehen. Für die Mahlzeiten gab es immer ein riesiges Büffet. Von unserem Zimmer aus genossen wir die Sicht über den wunderschönen Plattensee, auch wenn das ganze Wochenende über ein sehr starker Wind wehte.
Nach dem Ende des Programms am Sonntagmittag und einigen Begegnungen mit offenen und liebenswerten Menschen fuhren wir zurück nach Budapest. Dort erkundeten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie die Kettenbrücke, den Heldenplatz, die Burg in Pest und die Oper. Erstaunt und belustigt durch die enorme Schnelligkeit der ungarischen Rolltreppen in der U-Bahn und mit vielen schönen Erinnerungen fuhren wir abends schließlich nach Miskolc. Das Wochenende war ein schöner Anfang einer erlebnisreichen Woche.
Dorothea Bauer, Theresa Völtl (9b)
Die nächsten beiden Tage waren als Familienwochenende eingeplant. Am Samstag sahen wir uns mit unseren Gastfamilien Sehenswürdigkeiten in Miskolc und Umgebung an. Zum Beispiel die mittelalterliche Burg in Miskolc oder das sogenannte „Wollschweinfest“ in dem zwei Stunden entfernten Debrecen. Nach unserer Sightseeingtour wurde für uns viel typisch ungarisches Essen aufgetischt.
Der Sonntagvormittag wurde von unseren Gastfamilien wieder interessant und abwechslungsreich gestaltet. So vergnügten sich die einen im nahegelegenen Kletterpark, während die anderen mit ihren Familien in die Kirche gingen, wie es in dem sehr religiös geprägten Ungarn üblich ist. Der Teil, der uns jedoch am besten an diesem ganzen Wochenende gefallen hat, kam noch. Daniel, einer der Austauschschüler, hatte uns eingeladen, alle zusammen zu ihm nach Hause zu kommen, um Speck zu braten. Neugierig, was uns erwarten würde, trafen sich die meisten von uns schon an der Bushaltestelle in Miskolc, da Daniel ein wenig außerhalb wohnt und wir alle gemeinsam mit dem Bus kommen sollten. Nach freudigen Begrüßungen - wir hatten uns ja seit Freitag nicht mehr gesehen - hatten wir auf der dreißigminütigen Busfahrt genug Zeit, uns über unsere ersten Eindrücke und Erfahrungen auszutauschen.
Als wir schließlich in Edelény ankamen, freuten wir uns sehr auf den gemeinsamen Abend. Doch wir alle staunten nicht schlecht, als unsere Austauschpartner mit riesigen Speckstücken kamen, die wir ins Feuer halten sollten. Nachdem unsere Partner unsere verdutzten Gesichter gesehen hatten, erklärten sie uns, dass mit Speckbraten nicht etwa gemeint ist, dass man den ganzen Speck essen soll, sondern dass man lediglich das Fett des Specks auf ein Brot tropfen lassen soll. Zu unserem Erstaunen schmeckte diese etwas andere Art von Grillen am Lagerfeuer sehr gut. Nach mehreren schönen Stunden fuhren wir abends mit dem Bus wieder zurück nach Hause. Dort wurden dann Filme geschaut, Gespräche geführt oder einfach nur mit den Gastfamilien zusammen gesessen. Die meisten von uns gingen jedoch früh ins Bett, denn am nächsten Tag erwartete uns schon das spannende Programm, das die ungarischen Lehrkräfte für uns zusammengestellt hatten, getreu unserem Motto „WASSER VERBINDET“.
Pia Weber (9b) und Vanessa Schön (9c)
Am Montag trafen sich alle Deutschen und Ungarn zu Schulbeginn in der großen Aula des Frater György Gimnaziums. Dort wurden wir vom Direktor begrüßt. Außerdem konnten wir Unterschiede zu Deutschland feststellen: In Miskolc werden jeden Montag die Besten aus Sport und Schule vor den ganzen Schülern geehrt. Dann mussten unsere Gastgeber in den Unterricht und wir versammelten uns in der wunderschönen Schulbibliothek, wo uns Infomaterial über Miskolc übergeben wurde.
Nach einer kurzen Schulführung ging es auch schon weiter nach Aggtelek zur Tropfsteinhöhle. Dort erzählte uns die Führerin spannende Details und wir bekamen unter anderem einen Frosch und mehrere Fledermäuse zu Gesicht. Außerdem beeindruckte uns die Akkustik in der Höhle, die wir durch das Abspielen eines Musikstückes live erleben konnten.
Vor dem Mittagessen erzählte uns der stellvertretende Schulleiter noch einiges über die naheliegende slowakische Grenze und die Situation der ungarischen Minderheit in der Slowakei. In der Schule angekommen folgten weitere Unternehmungen mit den Gastgebern, wie zum Beispiel Shopping oder Bowling.
Alina Drexler(9a) und Nelli Kundel (9b)
Am Dienstag hatten wir die Möglichkeit, den Unterricht unserer ungarischen Austauschpartner zu besuchen. Drei Stunden lang durften wir in verschiedenste Fächer hineinschnuppern. Wir wurden in Gruppen von etwa vier Personen aufgeteilt und gingen dann zu verschiedenen Klassen in den jeweiligen Unterricht. Wir waren überrascht, dass sich die Fächer in vielen Punkten ähneln. Auch erstaunte uns, dass in Frater György "Tanz" als Pflichtfach unterrichtet wird und in "Musik" nicht viel Theorie gelernt, sondern größtenteils mit großer Begeisterung gesungen wird.
Anschließend besichtigten wir die Stadt. Wir machten einen kleinen Spaziergang durchs Stadtzentrum und zum Avas-Berg. Danach wurden wir vom Vizebürgermeister, Herrn Dr. Marcell Zsiga herzlich empfangen. Herr Zsiga versicherte uns, wie wichtig die Partnerschaft zwischen Miskolc und Passau ist, und hieß uns in dieser schönen Stadt willkommen. Zu unserer Überraschung waren ein regionales Fernsehteam und die Presse vor Ort und schon am Abend wurde von unserem Aufenthalt in Miskolc im Fernsehen berichtet.
(Bericht zu sehen unter: http://www.youtube.com/watch?v=rQNVhl0NL8I&feature=player_embedded ). Auch mit einem eigenen Zeitungsartikel wurde unser Besuch gewürdigt.
Nachdem wir also zum wiederholten Mal die ungarische Gastfreundlichkeit erfahren durften, beendeten wir mit ein paar weiteren Sehenswürdigkeiten die Stadtführung.
Nach diesem interessanten Aufenthalt im Rathaus fuhren wir mit unseren ungarischen Gastschülern ins Höhlenbad im Stadtteil Tapolca.

Dort gab es viele verschiedene Bereiche, in denen gezeigt wurde, was man mit Wasser machen kann, wie z.B. blubberndes oder strömendes Wasser zum Austoben und Räume mit warmen Wasser, das in Verbindung mit dem wundervollem Aussehen des Höhlenbads perfekt zur Entspannung diente. Leider war die Freibadanlage, wegen der frühen Jahreszeit noch geschlossen, aber wir hatten drinnen sehr viel Spaß. Es war ein sehr schönes Erlebnis, so ein Höhlenbad zu sehe, und die perfekte Abrundung eines weiteren tollen Tages in Ungarn.
Emilie Gastinger, Franziska Dorfner (9b), Levente Balint (9c)
Am Mittwoch unternahmen wir vormittags einen Ausflug nach Eger, einer wunderschönen Barockstadt. Dort besichtigten wir die Basilika, die zugleich die zweit größte Kirche Ungarns ist. Darauf bummelten wir ein wenig durch die Stadt und bekamen den Bischofssitz, einige interessante Statuen, die Minoriten-Kirche und die Burg zu Gesicht, welche die Türken nicht nur von Ungarn, sondern auch von ganz Europa fernhielt und somit auch für uns geschichtlich eine große Rolle spielt. Mit diesem Wissen besichtigten wir auch das von den Türken gebaute Minarett. Dieser Turm ist 40 Meter hoch und hat die Jahrhunderte sogar so gut überstanden, dass wir die 97 Wendelstufen erklimmen konnten und sich uns ein wunderschöner Blick über die Stadt bot.

Als Einstimmung auf das Mittagessen besuchten wir noch das Marzipanmuseum; dort waren Kissen, Schwerter, Glocken, Stifte, Bilder, Möbel und sogar ein ganzer Raum aus Marzipan, was wirklich beeindruckend war, weil alles täuschend echt aussah.
Nach dem Mittagessen fuhren wir mit dem Bus und einer sehr interessanten mit Ofen beheizten Waldbahn in den Nationalpark des Bükk-Gebirges, wo wir zu der Freude aller bergab wanderten. Währenddessen sahen wir viele schöne natürliche Wasserfälle und Forellenteiche, aber auch interessante Pflanzen. Nach etwa eineinhalb Stunden kehrten wieder alle wohlbehalten zum Bus zurück.
Auf dem Heimweg luden uns die ungarischen Lehrerinnen sogar noch auf ein Eis ein, was wir alle als Abschluss eines wunderschönen Tages sehr genossen.
Patrizia Lüftl (9b)
Am Donnerstag, den 14. April 2011 sind wir mit unseren Austauschpartnern, wie jeden Tag, zur Schule gegangen. Dort haben uns Frau Svidró und Frau Kozslik im Musiksaal des Fráter György Katolikus Gimnázium Miskolc verschiedene Präsentationen vorgeführt, z.B. das Ergebnis eines Selbstbildungskreises über Städte in deutschsprachigen Ländern, Fotos von ihrem Aufenthalt in Passau und eine Diameditation über Wasser.
Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter ins Nationaltheater Miskolc . Dort hat uns ein Dirigent und Musiklehrer des Gymnasiums durchs Gebäude geführt und uns die verschiedenen Theaterformen und Räume erklärt. Bevor wir aber zum Mittagessen in die Rathauskantine gegangen sind, hatten wir die Möglichkeit, uns im Kostümfundus alle möglichen Kostüme auszusuchen, anzuprobieren und natürlich jede Menge Fotos zu machen. Für die Mädchen war das der Höhepunkt des Programms!
Nach dem leckeren Mittagessen hatten wir Freizeit und konnten in der Stadt nach Souvenirs suchen oder einfach bummeln, ein Eis essen und relaxen. Eine Stunde später trafen wir unsere Austauschpartner wieder vor deren Schule und verbrachten den restlichen Nachmittag in einem Teehaus. Dort gab es sehr viel Auswahl und wir probierten verschiedene Teesorten. Nach dieser kurzen Pause gingen wir weiter ins Plaza, ein Einkaufszentrum, zum Shoppen. Doch schon um 17:30 mussten wir wieder in der Schule sein, um bei den Vorbereitungen für die Abschiedsparty zu helfen. In der Aula des Fráter György Katolikus Gimnázium waren bereits Tische aufgestellt, an denen Austauschschüler sowie deren Eltern und Lehrer Platz nehmen konnten. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt und, da der Schulchor leider nicht auftreten konnte, weil der Chorleiter kurzfristig im Theater als Dirigent einspringen musste, gab es Diskomusik, zu der man gut tanzen konnte. Alle genossen diese Party sehr, denn am nächsten Tag mussten wir leider schon wieder nach Hause fahren. Deswegen dauerte die Feier auch nur bis 21:00, damit wir noch genügend Zeit hatten, zu Hause unsere Koffer für die bevorstehende Heimreise zu packen.
Elisabeth Niekrawitz und Rebecca Kerezsy (9b)
Nachdem alle Austauschpartner und deren Familienmitglieder sich von uns verabschiedet hatten, machten wir uns auf den Weg, um mit dem Zug Budapest zu erreichen. Da der Zug, wie bei der Hinfahrt, nur mäßig schnell war, erhielten wir die Chance, noch einmal die Landschaft Ungarns zu betrachten. In Budapest stiegen wir schließlich nach kurzer Wartezeit in den Railjet nach Wien um. Das war der längste Abschnitt der Rückreise und alle hatten die Möglichkeit, sich die Ereignisse der Woche noch einmal zu verinnerlichen und etwas zu schlafen. Die letzte Etappe der Reise bestritten wir schließlich in einem komfortablen InterCityExpress und so kam unsere Gruppe auch recht zügig ans Ziel, wo die meisten bereits von den Eltern erwartet wurden.
Jonas Picker (9c)
OStRin Antje Spielberger